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Die Flut geht. Wir bleiben.

26. Dezember 2004 - Ein ruhiger und sonniger Tag an den Küsten des Indischen Ozeans. Christen freuen sich auf die Feierlichkeiten zum Zweiten Weihnachtstag. Ihre moslemischen Nachbarn sind mitten in den Vorbereitungen für ihr Morgengebet, als plötzlich ein unirdisches Dröhnen alle anderen Geräusche überlagert.

Die Erde beginnt mit einer Kraft zu beben, wie es selbst die an Erdbeben gewöhnten Küstenbewohner noch nicht erlebt haben.
In Sekundenbruchteilen stürzen ganze Siedlungen in sich zusammen. Überall hört man die Schreie von Menschen, die unter den Trümmern ihrer Häuser eingeklemmt sind.
Als die Erde endlich aufhört, Rumba zu tanzen, bietet sich den ersten Helfern im Norden Sumatras ein Bild der Verwüstung.

Doch niemand ahnt, dass die eigentliche Katastrophe erst noch kommen wird. Weit draußen auf dem Meer hat sich ein gewaltiger Wellenberg gebildet, der immer schneller auf die Küste zurast - unbeeindruckt von Hindernissen, die sich ihm in den Weg stellen könnten.
Erst Stunden nach dem eigentlichen Hauptbeben wird die Welle über die Küstenstreifen von Indonesien, Sri Lanka, Indien, Thailand und den Malediven hinweg rasen und dabei alles vernichten, was das vorausgegangene Beben übrig gelassen hatte.

 

Erste Lageerkundung

Bereits wenige Stunden nach der Katastrophe - in Mitteleuropa ist es erst früher Morgen - reagiert die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und alarmiert die Mitglieder von FACT-Teams für die betroffenen Länder.
In den USA, Frankreich, Australien, Kanada und anderen Länden klingeln Telefone und schalten Piepser auf. Helfer der jeweiligen nationalen Gesellschaften packen ihre Sachen und reisen noch am gleichen Tag in die betroffenen Ländern, um sich einen Überblick über das Ausmaß der Katastrophe zu verschaffen.
Langsam wird klar, dass vor allem Sri Lanka und Indonesien am schlimmsten vom Tsunami getroffen wurden.

 

Entsendung der Emergency Response Units

Das Deutsche Rote Kreuz gehört zu den ersten Organisationen, deren ERUs alarmiert werden. Noch vor dem Jahreswechsel fliegt eine erste Trinkwasseraufbereitungsanlage nach Sri Lanka.
Am 29. Dezember folgt die Alarmierung einer ERU Basic Healthcare und einer ERU WatSan, die gemeinsam in die indonesische Krisenregion Sumatra fliegen sollen. Beide Teams treffen am 04. Januar in Indonesien ein.

Insgesamt hat das Deutsche Rote Kreuz 3 Trinkwasserteams mit je 2 Aufbereitungsanlagen, eine Basisgesundheitsstation und eine Feldhospital in die betroffenen Länder geschickt, zahlreiche Kriseninterventionsteams sowohl in Asien als auch in Deutschland eigesetzt sowie eine Delegation auf die Malediven entsendet.

 

Die Hilfe geht weiter

Die Zahl der NGOs und Armeeeinheiten, die in den ersten Wochen medienwirksam, aber zumeist wenig sinnvoll Hilfe geleistet hatten, ging bereits Ende Januar stark zurück - kaum, dass das Medieninteresse an den Folgen des Tsunamis etwas nachgelassen hatte.
Auch die Deutsche Bundeswehr, die zuletzt mit viel Publicity in Bandar Aceh tätig war, ist längst wieder in ihre Stützpunkte zurück gekehrt.

Dagegen gehört das Rote Kreuz zu den wenigen Hilfsorganisationen, die auch nach der unmittelbaren Katastrophenhilfe in Südasien bleiben werden.

Noch immer sind freiwillige Helfer des DRK in Sri Lanka und Indonesien im Einsatz.
Gleichzeitig hat das Deutsche Rote Kreuz einen Aktionsplan aufgelegt, in dem die weitere Hilfe für die vom Tsunami betroffenen Länder festgelegt ist. Dieser Aktionsplan sieht über 80 meist längerfristige Wiederaufbauprojekte vor, die mit den von der deutschen Bevölkerung gespendeten Geldern finanziert werden sollen.

Einzelheiten zum Aktionsplan finden Sie auf den Seiten des Generalsekretariats. 

Sie können sich auch den kompletten Aktionsplan als PDF-Datei herunterladen.

 


 

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        Alle Fotos auf dieser Seite ©2005 Axel Riemann

 

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