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Emergency Response Units

Schon kurz nach der Neugründung des Deutschen Roten Kreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg war den Verantwortlichen des Generalsekretariats klar, dass das DRK für die Hilfe bei internationalen Katastrophen Personal und Material vorhalten musste.

Aus dieser Erkenntnis entstand das Prinzip des Hilfszuges - ein großer (und leider auch nicht sehr beweglicher) Zug aus Helfern aller Landesverbände, dessen Ausrüstung und Fahrzeuge auf die Standorte der einzelnen Landesverbände verteilt waren.

Lange Jahre war dieser Hilfszug das Mittel der Wahl, wenn es um die Entsendung von Hilfe bei internationalen Katastrophen ging.

Spätestens jedoch die Erfahrungen mit dem Erdbebeneinsatz in Armenien 1988 hatten DRK und Internationaler Rotkreuzbewegung gezeigt, dass eine so grosse Einheit wie der Hilfszug sehr viel Zeit benötigte, um im Einsatzgebiet an zu kommen. Auch war vieles von dem Material, das der Hilfszug mitführte, nicht unbedingt notwendig.

Dies war der ausschlaggebende Grund für die Entwicklung der Emergency Response Units - kurz: ERUs.

 

ERUs sind kleine und hochgradig mobile Einheiten, die zumeist nur aus einer Handvoll Mitarbeitern bestehen.
Alle Mitarbeiter rekrutieren sich aus einem Pool speziell ausgebildeter Rotkreuzhelfer, so dass die Einsatzleitung in Berlin im Bedarfsfall die Teammitglieder kurzfristig zusammenstellen und in den Einsatz schicken kann - je nachdem, wer gerade abkömmlich und einsatzbereit ist.
Der Einsatz der ERU hängt damit nicht mehr - wie beim Hilfszug - von einer Vielzahl von Helfern ab, die alle von ihren jeweiligen Arbeitgebern freigestellt werden müssen.

Auch das Material ist flexibler geworden. Alle Ausrüstungsgegenstände sind standardisiert und damit im Einsatzgebiet leicht nachzuordern.
Die Ausrüstung wird in einheitlichen Transportbehältern verpackt eingelagert. Bei Bedarf werden die Kisten und Kartons für eine ERU einfach nur aus dem Lager geholt und ins Katastrophengebiet geschickt. Und selbst die Behälter finden im Einsatzgebiet anschliessend als Tische und Regale eine weitere Verwendung.

Im Idealfall kann ein ERU-Team also bereits 36 bis 48 Stunden nach einer Alarmierung mit der Arbeit direkt im Katastrophengebiet anfangen.

Spezialisierte ERUs werden von einer Reihe von Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften aus aller Welt zur Verfügung gestellt.
Das Deutsche Rote Kreuz konzentriert sich im Einzelnen auf die folgenden drei Typen von ERUs:

 

 

  • Die ERU "Referral Hospital"

    Der Name dieser ERU lässt sich am Ehesten mit "Feldhospital" übersetzen. Aufgabe dieser Komponente ist die Bereitstellung eines vollständigen Krankenhauses nach westlicher Norm inkl. Apotheke, mehreren OP-Zelten, Intensivstation und Zelten für die stationäre Behandlung einer großen Zahl von Patienten.


    Hier erfahren Sie mehr über die vom DRK eingesetzten Referral Hospitals


  • Die ERU "Basic Healthcare Unit" (BHCU)

    Übersetzt soviel wie "Basisgesundheitsstation" ist es die Aufgabe dieser Komponente, eine medizinische Einrichtung zur Versorgung der umliegenden Bevölkerung aufzubauen. Nicht ganz so groß wie das Referral Hospital liegt das Hauptaugenmerk bei dieser Einheit auf einer ambulanten Behandlung von Patienten. Dennoch kann auch die BHCU Patienten stationär aufnehmen - vor allem dann, wenn diese vor Ort operiert worden sind.
    Kompliziertere Fälle werden dann jedoch zumeist an ein größeres Feldhospital abgegeben.
    Die tägliche Kapazität liegt bei etwa 100 - 250 Patienten. Die BHCU kommt dafür mit einem Minimum an Helfern aus - oftmals nur etwa ein halbes Dutzend.


    Hier erfahren Sie mehr über die vom DRK eingesetzten Basisgesundheitsstationen


  • Die ERU "Water and Sanitation" (WatSan)

    "Wasser und Hygiene" sind die Aufgaben dieser Komponente. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben führt die Einheit eine mobile Trinkwasseraufbereitungsanlage mit, die pro Stunde bis zu 6.000 Liter reinstes Trinkwasser nach WHO-Standards herstellen kann.
    Daneben kümmern sich die 5 bis 6 Teammitglieder der ERU WatSan auch um die Entsorgung von Abfällen (z.B. von einer mit eingesetzten BHCU) und den Bau und Betrieb von Latrinen und Fettabscheidern sowie um andere anfallende technische Arbeiten.
    Das Krefelder DRK hat bereits mehrfach einen Helfer des Kreisverbandes zu Ausbildungen und Einsätzen im Bereich "Water and Sanitation" abgestellt - zuletzt für die Trinkwasseraufbereitungsanlage des DRK im indonesischen Teunom.


    Hier erfahren Sie mehr über die vom DRK eingesetzten WatSan-ERUs



 

 

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Alle Bilder dieser Seite ©2005 Axel Riemann.